|
31.07.2010 - Lokalsport
Marina Schnider mischt die internationale Szene auf
Auf der Olympia-Schiessanlage in München findet seit gestern die 50. Weltmeisterschaft statt. Marina Schnider aus Pfäfers, die in Buchs aufgewachsen ist, zählt zu den grossen Schweizer Hoffnungsträgerinnen auf eine Medaille.
Von Urs Huwyler Schiessen. – Die 24-jährige Gewehrschützin Marina Schnider hat noch einige Tage Zeit, bis sie in der bayrischen Metropole zu ihrem WM-Debüt kommt. Am 9. August startet sie über 300 Meter liegend, einen Tag später steht der Dreistellungsmatch mit 3 x 20 Schüssen (je 20 liegend, stehend, kniend) auf dem Programm. Nach den bisherigen Resultaten darf die in Buchs aufgewachsene und heute in Pfäfers wohnhafte Malerin hoffen, nicht nur dabei zu sein, sondern mittendrin schiessen zu können. Eine Top-6-Klassierung scheint in beiden Disziplinen möglich. Und mit dem Team gehört das Trio Schnider, Bettina Bucher (Hitzkirch) und Andrea Brühlmann (Winden) zum Favoritenkreis.
Mit dem Erfolg kommt die Freude Bis vor wenigen Monaten spielte die Musik international mehrheitlich ohne die Werdenbergerin. Ihrem Naturell entsprechend hielt sich Marina Schnider ausserhalb des Schiessstandes vorwiegend im Hintergrund, überzeugte aber durch konstante Leistungen in den nichtolympischen Disziplinen. Die Frage, ob sie sich als A-Kadermitglied 300 Meter einen Wechsel zu den Olympioniken vorstellen könne, beantwortete sie noch vor einem Jahr mit «nein». Inzwischen sieht vieles anders aus. «Ich habe in den Trainings gesehen, dass ich auch über 50 Meter mitzuhalten vermag. Durch den Erfolg kommt die Freude», fügt sie mit einem Lächeln an.
Traum Olympische Spiele Wie alle Leistungssportlerinnen und -sportler träumt die für Buchs-Räfis (10 m/300 m) und die Sportschützen Sargans (50 m) schiessende Anhängerin des HC Davos von einer Olympia-Selektion. «Ich muss mir nach der WM in München Gedanken machen, wie ich künftig Beruf und Sport unter einen Hut bringe. Änderungen wird es geben. Der Aufwand in den olympischen Disziplinen ist höher als über 300 Meter.» Die Schweizer Schiesssport-Hoffnung dürfte von Pfäfers Richtung Sargans umziehen und die Stelle wechseln. Zuerst steht für die aus einer Schützenfamilie stammende Gewehr-Spezialistin nun allerdings die WM auf dem Programm. Beim Europacup in Thun verpasste sie Mitte des Monats die Bronzemedaille über 3 x 20 als Vierte nur hauchdünn. Die WM-Hauptprobe zeigte ihr aber, dass die Form stimmt. «Eine Medaille muss das Ziel sein», sagt die Schweizer Meisterin von 2007. Im vergangenen Jahr klassierte sie sich beim Europacupfinal auf Rang zwei. Nachdem es über 300 Meter keinen Weltcup gibt, kommt die Platzierung einem Topergebnis gleich und lässt hoffen.
zurück
|