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29.07.2010 - Aktuell

Das Brandrisiko steigt

Gestern informierte der Kanton in Berschis zum Thema Waldbrand. Wegen den klimatischen Veränderungen wird diese Thematik auch im Kanton St. Gallen immer aktueller.

Von Andreas Reich
Kanton St. Gallen. – Die Regenfälle in den vergangenen Tagen haben dafür gesorgt, dass sich die Waldbrandgefahr im Kanton St. Gallen normalisiert hat.
In der Schweiz ereignen sich Waldbrände am häufigsten auf der Alpensüdseite. Das Risiko werde in Zukunft aber auch in der Ostschweiz ansteigen, sagte Raphael Lüchinger, der stellvertretende Kantonsoberförster, gestern an einer Medienorientierung in Berschis.
Der Grund dafür seien die klimatischen Veränderungen: «Die Trockenperioden werden länger und ausgeprägter.» Vor allem das Rheintal gehört wegen des Föhneinflusses zu den Risikogebieten.
Mit dem Prognosemodell «Incendi» wird im Kanton stetig das Waldbrandrisiko berechnet und aufgrund der erhobenen Daten eine Gefahrenkarte erstellt. In die Einschätzung der Gefahr fliessen beispielsweise Meteodaten oder auch die Einschätzung der örtlichen Förster mit ein.
Ein Problem sei, dass die Bevölkerung in der Region noch kaum auf das Risiko Waldbrand sensibilisiert sei, sagt Christian Grünenfelder, Bereichsleiter «Risk Management» bei der Gebäudeversicherungsanstalt St. Gallen. «Jedermann ist für Waldbrandprävention verantwortlich», sagt Grünenfelder.

Hauptgrund: Fahrlässigkeit
Doch bereits jetzt ist die Waldbrandgefahr im Kanton St. Gallen aktuell. «Es kommt mindestens zu einem Waldbrand pro Jahr», sagt Franz Ammann, kantonaler Feuerwehrinspektor. Meistens handle es sich dabei aber um kleinere Brände, die relativ leicht gelöscht werden könnten. Weltweit würden sich nur vier Prozent aller Waldbrände auf natürliche Ursachen zurückführen lassen. Der Hauptgrund für einen Waldbrand sei menschliche Unachtsamkeit, so Ammann. «Lagerfeuer, weggeworfene Zigaretten oder Streichhölzer», zählt Ammann auf, «und auch parkierte, noch nicht abgekühlte Fahrzeuge sind eine Gefahrenquelle.» Wichtig sei, dass, wer im Wald ein Feuer entdeckt, umgehend die Feuerwehr informiert.

Wasserquellen weit entfernt
«Das Hauptproblem bei Waldbränden ist, dass die nächsten Wasserentnahmestellen oft weit entfernt sind», sagt Franz Ammann. In regelmässigen Abständen bilden sich die St. Galler Feuerwehren im Bereich der Waldbrandbekämpfung weiter. «Vor allem das Zusammenspiel der Einsatzkräfte am Boden mit jenen in der Luft muss trainiert werden.»
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