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Der Armeechef denkt über neue Dienstmodelle nach (Archiv)

10.03.2010 11:53 - Politik

Armeechef Blattmann denkt über neue Dienstmodelle nach

Armeechef André Blattmann denkt über neue Dienstmodelle nach - darunter einen WK auf Abruf. Als mögliche Gefahr für die Schweiz bezeichnet er in einem Interview mit "Tages-Anzeiger" und "Bund" Migrationsströme, etwa aus Griechenland.

Bern. - "Auch in Europa können Situationen entstehen, die wir uns heute gar nicht vorstellen können", sagt Blattmann in dem Zeitungsinterview. "Denken Sie nur an die wirtschaftliche Situation in Griechenland: Plötzlich steht in einem EU-Land der Staat vor dem Bankrott."

Es seien durchaus Situationen vorstellbar, in denen die Armee die Infrastruktur schützen müsse. Auch grosse Migrationsströme könnten einen Einsatz nötig machen. Dann brauche man eine Institution wie die Armee, die helfen könne, Sicherheit zu gewähren. Der neue Sicherheitspolitische Bericht werde auf solche Szenarien eingehen.

Parallel dazu werde ein Armeebericht aufzeigen, welche Dienstmodelle künftig vorstellbar seien. Man könnte die Dauer der Rekrutenschulen und Wiederholungskurse ändern - etwa längere RS und kürzere WK. Oder man könnte die RS modular aufbauen, so dass die Rekruten jeweils für kurze Ausbildungseinheiten einrücken.

"Denkbar wäre auch, dass man statt herkömmlicher WK einen Pikett-WK macht", sagt Blattmann. Der Soldat müsste bei seinem Arbeitgeber sicherstellen, dass er während dreier bestimmter Wochen pro Jahr in den Dienst abberufen werden könne - wenn etwa die Sicherheitslage einen Einsatz nötig mache.

Im vergangenen November hatte der Armeechef noch eine Verkürzung der Rekrutenschule um 3 auf 18 Wochen ins Auge gefasst. Diensttage seien die Kostentreiber in der Armee. Darum sei ihre Reduktion eine wirksame Sparmassnahme, hatte er damals gesagt. Diensttage in den Wiederholungskursen wollte er jedoch nicht abbauen. (sda)

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