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08.03.2010- Lokalnachrichten

Fischereiverein ist im Wandel

Seit letzter Saison sind die Strecken des Fischereivereins Obertoggenburg zusammengelegt. Nun nagt der Kanton an der Warteliste und damit an der Beschränkung der Mitgliederzahl auf 230. Mit einer Erhöhung der Aufnahmegebühren wollte der Vorstand einen Mitglieder-Ansturm verhindern.

Von Matthias Giger

 Wildhaus. – Auf letzte Saison sind die Unterpacht-Strecken des Fischereivereins Thur aufgehoben worden. Damit sind die Vereinsmitglieder und Tageskarten-Fischer nicht mehr auf eine Strecke limitiert, sondern können mit Einschränkungen (Schonstrecke, Aufzuchtbäche, der Bereich bei Fischtreppen) den gesamten vom Fischereiverein Obertoggenburg gepachteten Thurabschnitt befischen. Diese Neuerung steigert die Attraktivität des Vereines.

Attraktiv ist der Fischereiverein Obertoggenburg ohnehin bereits, da er mit der Thur zwischen Wildhaus und Wattwil über eines der schönsten Vereinsgewässer im Kanton verfügt. Zudem ist der Verein bislang dank tiefen Aufnahmegebühren und Jahresbeiträgen einer der günstigsten Fischereivereine im Kanton. Dass der Verein nicht von Neumitgliedern überschwemmt wurde, dafür sorgte bislang die Beschränkung der Mitgliederzahl auf 230.

An dieser Beschränkung rüttelt nun der Kanton mit einer Passage in der neuen Pachtverfügung. Darin steht: «Die Aufnahme von Interessenten ist so zu regeln, dass Anwärter mit Wohnsitz im Kanton St. Gallen innerhalb eines Jahres aufgenommen werden. Sofern Wartelisten bestehen, sind diese jährlich dem Amt für Natur, Jagd und Fischerei einzureichen.» Weiter heisst es in der Pachtverfügung: «Fischerei-Ermächtigungen sind zum Preis vergleichbarer Angebote abzugeben (Jahreskarten 300 bis 400 Franken).»

Letztere Passage schränkt die Möglichkeiten ein, die Gebühr für die Jahreskarte in grösserem Umfang zu ändern. Die Gebühr für die Jahreskarte wurde bei 360 Franken belassen. Die einmalige Aufnahmegebühr wird jedoch in der Verfügung nicht eingeschränkt. Diesen Spielraum wollte der Vorstand laut Aktuar Jörg Anderegg nutzen, um einem möglichen Ansturm frühzeitig den Riegel zu schieben.

Erhöhung vertagt
Traktandiert waren folgende Erhöhungen bei den einmaligen Aufnahmegebühren: Von 200 auf 400 Franken für jene, die im Einzugsgebiet der Pachtgewässer wohnen; von 200 auf 800 Franken für Neumitglieder, die im übrigen Kantonsgebiet wohnen; von 400 auf 800 Franken für ausserkantonale Bewerberinnen und Bewerber.

Gegen die Erhöhung regte sich indessen Widerstand in den Reihen der Mitglieder. Ein Votant gab zu bedenken, dass diese für Lehrlinge im Kantonsgebiet frappant sei und der Nachwuchsförderung widerspreche. Patrick Gloudie, Präsident des benachbarten Fischereivereins Thur, unterstützte dieses Votum, Er meinte, dass die vorgesehene Erhöhung der Aufnahmegebühr für Jungfischer eine zu grosse Hürde darstellen würde. Sepp Stäheli hielt entgegen, dass die Aufnahmegebühr des Fischereivereins Thur für Neumitglieder mit 780 Franken (zahlbar über zwei Jahre) und die Jahresgebühr mit 450 Franken zu Buche schlagen.

Eine Votantin fragte, wie lang die Warteliste des Fischereivereins Obertoggenburg im Moment sei. «3 Interessenten im Einzugsgebiet, 17 im Kanton und 28 Ausserkantonale», lautete die Antwort des Präsidenten.
Was der Kanton mit dieser Passage bezwecke, wollte ein Mitglied wissen. Roland Riederer vom Amt für Natur, Jagd und Fischerei meldete sich zu Wort. Ziel sei, dass jemand, der im Kanton fischen möchte, innert vernünftiger Frist auch die Gelegenheit dazu hat, einem Verein beizutreten und nicht acht Jahre warten müsse. Die Diskussion dauerte lange – so lange, dass Präsident Sepp Stäheli den Vorschlag unterbreitete, den Entscheid zu vertagen und abzuwarten, wie strikt der Kanton die betreffende Passage umzusetzen gedenkt.

Die Aufhebung der Unterpacht und die neue Pachtverfügung drängen den Verein in einen Wandel. Auch innerhalb des Vereins stehen Veränderungen an. An seiner 30. Hauptversammlung als Präsident gab Sepp Stäheli bekannt, dass er 2012 sein Amt niederlegen möchte. Neben dem Präsidenten werden dann auch Jörg Anderegg als Aktuar und Stephan Vetsch als Kassier aus dem Vorstand scheiden.
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