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08.03.2010-
Lokalnachrichten
Mit Pfeiftönen gegen Wildunfälle
Das Präventionsprojekt «Weniger Wildunfälle» wurde am Samstag den Jagdgesellschaften und den Medien vorgestellt. Die Projektphase dauert drei Jahre.
Von Adi Lippuner
Salez. – Hinter dem Projekt stehen der Schweizerische Versicherungsverband, Jagd Schweiz und der Schweizer Tierschutz. Während drei Jahren soll mit dem Pilotprojekt, mit dem im Kanton St. Gallen auf einer Gesamtlänge von 42 Kilometern rund 1000 akustische Wildwarngeräte montiert werden, Erfahrung gesammelt werden.
An zwei Orten, am Vormittag in Salez und am Nachmittag in Zuckenriet, wurden Mitglieder der verschiedenen Jagdgesellschaften mit der Montage und Funktion des Warngeräts, welches einen Pfeifton ausstösst, vertraut gemacht. Konkret funktioniert das Gerät so, dass bei Dämmerung oder nachts das Licht eines vorbeifahrenden Autos das Pfeifen auslöst. Durch dieses Signal sollen Wildtiere davon abgehalten werden, bei Gefahr die Strasse zu überqueren.
Gute Erfahrungen In den Kantonen Zürich, Luzern und Schaffhausen konnten mit den in Einsatz stehenden Geräten bereits gute Erfahrungen getätigt werden. Das Amt für Natur, Jagd und Fischerei des Kantons St. Gallen weist darauf hin, dass die Wildunfälle auf diesen Strecken um 30 bis 40 Prozent abgenommen haben. Gemäss Amtsleiter Guido Ackermann wird das Pilotprojekt im Kanton St. Gallen fachlich begleitet und ausgewertet. Kontrolliert werde, wie viel Fallwild auf einzelnen Strecken vor und nach dem Anbringen der Warngeräte registriert werden. Dabei gelte es aber auch, die grossen Schwankungen bei den Wildwechseln zu beachten. Deshalb sei die Pilotphase auch auf drei Jahre ausgelegt.
Verglichen werden auch Strecken mit und ohne Warngeräte in den gleichen Gebieten und mit ähnlichem Verkehrsaufkommen. Zudem werde das Verhalten des Wilds beobachtet. Es gelte abzuklären, ob sich die Tiere nicht an den Pfeifton gewöhnen.
Hanspeter Egli, Präsident Revierjagd St. Gallen, kann sich vorstellen, dass bei positiven Erfahrungen das Warnsystem später über die Strassenrechnung finanziert werden könnte.
Bis es allerdings so weit ist, greifen der Schweizerische Versicherungsverband und die einzelnen Jagdgesellschaften in die Tasche. Während Erstere den Löwenanteil der Geräte finanzieren – eines kostet 55 Franken – leisten die Jagdgesellschaften die Montage- und Kontrollarbeit und bezahlen pro Gerät einen Fünfliber.
Jede Stunde ein Wildunfall Gemäss Guido Ackermann kollidiert in der Schweiz durchschnittlich jede Stunde ein Auto mit einem Reh. Jährlich melden Polizei, Wildhüter und Jäger über 20 000 Unfälle mit grösseren Wildtieren. Im Kanton St. Gallen sind es rund 1000 Unfälle, wobei es bei der Kollision nicht immer beim Schrecken bleibt. Schweizweit verletzten sich über 60 Personen bei Unfällen mit Wild. Der Sachschaden beträgt rund 25 Millionen Franken. Nicht zu vergessen bei dieser Aufzählung ist das Leiden der Tiere. Grund genug also, dass sich die Jäger, die Tierschützer und die Versicherungsgesellschaften für dieses Pilotprojekt engagieren.
Von Rüthi über Grabs bis Wildhaus Im Einzugsgebiet des «W&O» werden an folgenden Stecken Warngeräte installiert: In Rüthi an der Staatsstrasse nach Lienz, in Sennwald von Salez nach Frümsen und von Sax nach Gams, in Gams zwischen dem Restaurant Zollhaus und Wildhaus, sowie zwischen Buchs und Haag.
Die beiden Wildhüter, Peter Eggenberger, Grabs und Rolf Wildhaber, Flums, zeigten in Salez auch alternative Wildwarneinrichtungen auf. Vom Haarsäcklein über die «CD-Blinker» bis zu Baumfolien und mit reflektierenden Folien versehene PET-Flaschen. Peter Eggenberger betonte auch, dass Wildwarntafeln durch die Autofahrer nur beachtet werden, wenn sie temporär angebracht werden. «Dies bedeutet, jeden Morgen und jeden Abend wenden und nach einiger Zeit zusätzlich eine blinkende Lampe anbringen. Sonst gewöhnen sich die Automobilisten daran und befahren die gefährdeten Strecken ohne Temporeduktion.»?
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