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09.02.2010- Aktuell

Neue Spielregeln an der Wartauer Fasnacht

Jugendschutz hat hohe Priorität an der Wartauer Fasnacht. Die Organisatoren starten 2010 ein neues Konzept, welches die Alkoholprävention massgeblich verbessern soll.

Von Christopher Eggenberger
 Wartau. – Jugendliche unter 16 Jahren sind ab 22 Uhr nicht mehr erwünscht, lautet die bedeutendste Änderung an der Fasnacht im Wartau. «Das klingt hart, ist für uns aber eine wichtige Massnahme, um den Jugendschutz zu verbessern», sagt Rolf Hobi, Präsident des Vereins Wartauer Fasnacht. Eltern sollen ihre Kinder auffordern, ab 22 Uhr zu Hause zu sein, for-
dert Hobi. Wer die gesetzlichen Bestimmungen breche, randaliere oder Alkohol konsumiere, werde den Eltern übergeben und gegebenenfalls verzeigt.
Für jeden ein Platz an der Fasnacht
Dennoch sollen laut Hobi alle Altersgruppen ihren Platz an der Wartauer Fasnacht haben, sodass dieser Brauch auch an die Jugend weitergegeben werden kann. So seien die jungen Leute gern gesehene Gäste am Monsterkonzert oder bis 22 Uhr im eigens
für Jugendliche eingerichteten U-18-Zelt. «Wir sind überzeugt, dass durch Sensibilisierung, Zusammenarbeit, entsprechende Kontrollen und Vernunft zum Gelingen dieses Anlasses beigetragen werden kann», erklärt Rolf Hobi.
Farbiger Bändel verrät das Alter
Um den unerlaubten Alkoholausschank zu vermeiden, werden Kontrollbändel an die Gäste verteilt. Sie werden am Handgelenk getragen und haben je nach Altersgruppe eine andere Farbe. «Die Bändel sind speziell bedruckt und nur an der Wartauer Fasnacht erhältlich», so Hobi. Die Bändelmethode, wie sie auch an anderen Veranstaltungen eingesetzt wird, werde dadurch zuverlässiger: Gleichfarbige Bändel aus dem Internet oder von anderen Veranstaltungen können nicht verwendet werden.
Ausserdem würden am Fasnachtsfreitag andere Bändel verteilt werden als am darauffolgenden Samstag. Das OK erhofft sich die Mithilfe von Freiwilligen bei Kontrollen: «Es dürfte eine zusätzliche abschreckende Wirkung haben, wenn zum Beispiel Eltern oder Lehrer anwesend sind». Zudem appelliert er an die beteiligten Vereine und Barbetreiber, sich an die Spielregeln zu halten.
Jugendschutz aus Überzeugung
Das Konzept der Ausgangssperre wurde letztes Jahr erstmalig an der Fasnacht in Mels erprobt. Hierzu sagt Annemarie Ackermann, Leiterin der Fachgruppe Jugend, der Gemeinde Mels: «Eltern hiessen diesen Pilotversuch willkommen und auch von den Jugendlichen wurde dies akzeptiert. Wir mussten niemanden nach Hause schicken, denn die Regeln waren allen bekannt. Die Einführung ist uns somit sehr gut gelungen.»
Basierend auf diesen Erfahrungen diskutierte der Verein Wartauer Fasnacht mit den Verantwortlichen der Melser Fasnacht über allfällige Verbesserungsmöglichkeiten. Erklärtes Ziel sei es, in puncto Jugendschutz auf regionaler Ebene ein einheitliches Niveau zu erreichen.
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