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08.02.2010- Lokalsport

«Dürfen sehr zufrieden sein»

Die Bronzemedaille stellt für das Juniorinnen-Team des CC Wildhaus einen versöhnlichen Abschluss der Schweizer Meisterschaften in Biel dar. Die Crew hätte jedoch weit mehr draufgehabt – doch auf dem Weg zum Final gab es zwei ärgerliche Niederlagen.

Von Robert Kucera

Curling. – Nach der souveränen Qualifikation für die Playoffs besassen die Wildhauser Juniorinnen gleich zwei Chancen, mehr als nur eine Medaille zu gewinnen: es lockte die Qualifikation für das Finalspiel um den Schweizer-Meister-Titel. Doch mit zwei Niederlagen brachte sich der Sieger nach der Gruppenphase gleich selber um die Früchte der Arbeit.
Statt meisterlichen und somit goldigen Aussichten musste man letztlich das Spiel um den dritten Platz bestreiten. Dass man schliesslich mit der bronzenen Medaille vorliebnehmen musste, ärgerte Skip Corinne Rupp überhaupt nicht: «Wir dürfen sehr zufrieden sein und freuen uns über Bronze.»

Vier Steine vor dem Finaleinzug
Um das definierte Ziel des finalen Anlasses der Schweizer Meisterschaften zu erreichen, beschritten die Toggenburgerinnen allerdings einen Umweg. Denn die allerbeste Chance, eine Medaille frühzeitig auf sicher zu haben, vergaben sie schon am Samstagabend im Playoffspiel gegen das Heimteam aus Biel. Nach nahezu perfektem Spiel und einer hervorragenden Leistung des gesamten Teams lagen die Wildhauserinnen bei Halbzeit mit 5:1 vorne.

Biel startete zwar ab dem 6. End zur Aufholjagd, doch Wildhaus ging mit einer 6:4-Führung und dem Vorteil des letzten Steins ins 10. End. «Wir gaben während des ganzen Spiels den Takt an und waren den Gegnerinnen eine Spur voraus», schildert Rupp. Doch nach dem 9. End begannen die Girls zu sehr an die zum Greifen nahe Medaille herumzustudieren. Prompt riss der Faden.

Denn im letzten End war mit einem Mal nichts mehr von der Souveränität zu sehen. Die zuvor präzis gespielten Steine gehörten der Vergangenheit an, es folgten kleinere und grössere Fehler. Mit Folgen: Die Wildhauserinnen schafften es nicht, den Weg zum Haus freizubekommen. Die Serie der Fehlsteine führte dazu, dass die Bielerinnen, motiviert und beflügelt durchs umsichtige Coaching ihres Trainers Pierre-Yves «Jimmy» Grivel (ehemaliger Schweizer Nationaltrainer), den zweiten und anschliessend den dritten Stein ins Haus legen konnten.

Anschliessend verpassten es zwar die Seeländerinnen gleich zwei Mal, den Weg zum Haus mit einer zusätzlichen Guard entscheidend zu versperren. Doch auch daraus vermochten die Wildhauserinnen keinen Profit zu ziehen. Zu harmlos waren die Bemühungen, die Bieler Steine aus dem Haus zu spedieren.
Folglich kam es, wie es kommen musste: Mit dem letzten Stein verbarrikadierte der Bieler Skip endlich den Weg zum Haus. Rupps letzter Stein – sie versuchte via eigener Guard die eng anliegenden Bieler Steine im Zentrum des Hauses zu sprengen – missglückte.

Dreier-Haus vergeben
Wenn man so nahe am Finaleinzug dran war, ist es schwer, die zweite Chance mit Mut und Selbstvertrauen anzugehen. Da hatte es Gegner Basel einfacher, der sich am Vortag mit einem Playoff-Sieg über Bern die Finalchancen sicherte. Das Momentum in dieser Partie lag denn auch von Beginn weg auf Basler Seite.

Im Verlauf des Spiels steigerten sich die Wildhauserinnen etwas, doch mit zu vielen Patzern lagen die Vorteile bis zuletzt bei den Baslerinnen. Besonders ärgerlich: Im 5. End, beim Stand von 2:3, war ein Dreier-Haus möglich. Doch wegen eines Patzers bei der Wischarbeit wurde die Chance vertan, die Obertoggenburgerinnen durften nur einen Stein zum 3:3-Pausenstand schreiben.

So wirds gemacht
Im 7. End hätte Wildhaus mit einem Dreier-Haus den Gegner noch mehr unter Druck setzen können. Doch Rupps Versuch, einen Stein ins Haus zu legen, scheiterte kläglich. Mit dem Zweier-Haus wurde bloss der neuerliche Ausgleich zum 5:5 bewerkstelligt. Wie es gemacht wird, zeigte der gegnerische Skip Manuela Siegrist beim letzten Stein des 10. Ends. Sie meisterte die Aufgabe, einfach einen Stein ins Haus zu legen, souverän.

«Dieses Match ging hin und her, beide Mannschaften hätten gewinnen können. Am Schluss fehlte uns nur das Quäntchen Glück», so die Analyse des Wildhauser Skips. Es spricht aber für die Crew, dass sie sich nach den zwei Niederlagen aufraffte und gegen Bern eine solide Leistung zeigte. Nach dem ersten Zweierhaus im vierten End zum 3:1 wuchs das Selbstvertrauen, Bern wirkte unsicher.

Da Wildhaus den Gegner sehr gut kennt, nutzte man den Schwung sogleich aus, setzte den gegnerischen Skip derart unter Druck, dass dieser Fehler um Fehler beging und auch ihre Mitspielerinnen liessen sich davon anstecken.
Vor und nach der Halbzeitpause stahl Wildhaus zwei Steine und führt vorentscheidend mit 7:1. «Nach dem 7. End und der 7:2-Führung wusste ich, dass wir nun die Medaille auf sicher haben», beschreibt Rupp. Bern versuchte zwar nochmals zu reagieren. Jedoch derart fehlerhaft, dass am Ende Wildhaus nach dem 8. End 11:2 führte – und nach Aufgabe des Gegners siegte.
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