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08.02.2010- Lokalnachrichten

Millionenteures Provisorium

Der Kanton macht vorwärts mit dem Sporthallenprovisorium im Riethüsli. 4,38 Millionen Franken kostet es, Ende Jahr ist es bezugsbereit – wenn alles rund läuft. Die Kritiker stehen längst auf der Matte.

Von Regula Weik

St. Gallen. – Am Freitag haben die Kantonsrätinnen und Kantonsräte Post von der Regierung erhalten. Auch zum geplanten Sporthallenprovisorium für die Schülerinnen und Schüler des Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrums im Riethüsli. Das Kantonsparlament diskutiert darüber in der Februarsession.

Die Parteien haben die Meinung dazu längst gemacht – jedenfalls einige bürgerliche. Sie drängen auf einen raschen Wiederaufbau der eingestürzten Turnhalle – und wollen von einem Provisorium nichts wissen. Schon gar nicht von einem derart teuren. Der Kanton rechnet mit Kosten von 4,38 Millionen Franken. Die SVP fordert den unverzüglichen Wiederaufbau der Sporthalle am jetzigen Standort. «Wir stellen uns gegen ein kostspieliges Provisorium.»
Widerstand kommt auch von der CVP. Sie hält nichts von teuren Provisorien. In einer Einfachen Anfrage will die Partei von der Regierung wissen, ob es nicht «am kostengünstigsten und schnellsten ist, die Halle auf ihrer vorhandenen Bausubstanz wieder herzustellen».

Schadenersatzpflicht klären
Die Regierung hält am Provisorium fest. Der Grund: Sie stellt sich auf einen längeren Rechtsstreit ein. Es geht um viel Geld. Allein die Folgekosten dürften mehrere Millionen betragen; der Schaden an der eingestürzten Halle selbst ist noch nicht einmal beziffert. Die Klärung der Haftungsfrage wird daher länger dauern.

Die Regierung hält denn auch fest: Die Ursache des Halleneinsturzes sei wohl geklärt; es waren verstärkende Rippen bei den Dachträgern weggelassen worden. «Doch wer dafür verantwortlich und damit haftbar ist, ist noch offen.» Und weiter: «Problematisch wäre es, die Halle vor Abschluss der Schadenregulierung wieder aufzubauen, weil damit möglicherweise Mängelrechte verwirkt würden.» An die Adresse der Kritiker des Provisoriums hält die Regierung fest: «Ist die Regulierung des Schadens innert vernünftiger Frist möglich und kann der Wiederaufbau rasch erfolgen, wird das bauliche Provisorium nicht realisiert.» Doch selbst dann werden weitere Provisorien nötig sein: Die Regierung rechnet mit mindestens zwei Jahren für den Wiederaufbau der Halle.

Mit dem Bau des Provisoriums – geplant ist eine Holzhalle aus vorfabrizierten Einzelteilen – kann frühestens im Juni begonnen werden. Vorausgesetzt, die Idee der Regierung findet im Kantonsparlament eine Mehrheit und das fakultative Referendum wird nicht ergriffen. Die Halle wäre dann Ende Jahr bezugsbereit. Das Dach der Dreifachturnhalle im Demuttal war in den frühen Morgenstunden des vergangenen 24. Februar eingestürzt. Verletzt wurde dabei niemand.
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