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07.12.2009- Lokalnachrichten

Freiwilligenarbeit macht aus Staat eine Gemeinschaft

180 000 Personen leisten im Kanton St. Gallen einige Stunden pro Woche Freiwilligenarbeit. Bei der Evangelischen Kirchgemeinde Grabs-Gams sind es um die 100 Personen. Am Uno-Tag der Freiwilligen – am 5. Dezember – gabs ein kleines Dankeschön.

Von Reto Neurauter

Grabs. – Üblicherweise machen die zahllosen Freiwilligen nicht viel Aufheben um ihren Einsatz. Sie sind einfach da, wenn man sie braucht. Das ist auch bei der Evangelischen Kirchgemeinde Grabs-Gams nicht anders. Aber auch Festangestellte leisten ihr Schärfchen an Freiwilligenarbeit.

«Ohne diese freiwilligen Einsätze  in allen Bereichen unserer Organisation wäre das Funktionieren derselben gar nicht denkbar», sagte Präsident Karl-Heinz Haedener. Sie seien hoch motiviert und durchaus kreativ, wenn es darum gehe, Freiwilligeneinsätze zu organisieren und zu leisten. Die Kirchgemeinde hat sinnigerweise den Uno-Tag der Freiwilligen gewählt, «um all diesen Menschen Dankeschön zu sagen», so Haedener.

Ein Stück im Leben begleiten
Und so haben sich an diesem Dankeschönabend Menschen getroffen, die in verschiedenen Bereichen Freiwilligenarbeit leisten – und das mit viel Begeisterung. Markus Müller (Männerstamm) diskutiert gerne mit Gleichgesinnten über den Glauben als Christen. Ihm ist es ebenso ein Anliegen, Menschen ein Stück ihres Weges zu begleiten, wie Ida Kaspar (Dominotreff), die das mit Kindern tut, wenn sie ihnen von Jesus erzählt.
«Mein Herz schlägt für die Botschaft Jesu», sagt Sonja Vetsch (Jugendgottesdienst P25), «diese will ich den Jugendlichen näherbringen». Und Dorothea Eggenberger (Altersnachmittag) arbeitet gerne mit Betagten, «diese Menschen sind dankbar, wenn man sie ein Stück weit begleitet».

Nützt praktisch allen

Diese und viele weitere Freiwillige seien das Fundament eines funktionierenden Vereins oder einer Organisation, sagte Kirchenvorsteherin Vicky Gabathuler. «Wir schätzen deren Arbeit sehr, mit ihnen zusammenzuarbeiten ist schön», so Gabathuler. Für eine noch bessere Zusammenarbeit sorge nun das neue Mitarbeiterhandbuch.
Freiwilligenarbeit nützt praktisch allen: den Menschen, für die sich die Freiwilligen engagieren, den Freiwilligen selbst, den Kirchen und der Gesellschaft. «Aber erst die Freiwilligenarbeit macht aus einem Staatswesen eine Gemeinschaft», sagt denn auch Bundespräsident Hans-Rudolf Merz.

35 Millionen Arbeitsstunden

Im Kanton St. Gallen leisten gut 180 000 Freiwillige 35 Millionen Arbeitsstunden: 100 000 institutionalisiert in Vereinen und Organisationen und 80 000 informell in Nachbarschaftshilfe, Dienstleistung, Kinder- und Erwachsenenbetreuung ausserhalb des eigenen Haushaltes. Die Organisation Benevol unterstützt 200 soziale und gemeinnützige Organisationen und Vereine bei der Suche nach Freiwilligen. 300 000 Personen (vier Prozent der Gesamtbevölkerung) in der Schweiz leisten für die verschiedenen Kirchen Freiwilligenarbeit.
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